Hochzeitsuppe, fränkische Art

Über die Beschaffenheit einer Hochzeitssuppe auf fränkische Art bestehen verschiedene Ansichten. Für die einen ist sie traditionell eine Leberklößchensuppe, wie man sie zum Auftakt vieler Festessen servierte. Andere Rezepturen fordern bis zu “siebenerlei” verschiedene Zutaten, denn nur dann bringt die Suppe dem Brautpaar Glück.

Möglicherweise entstand der Begriff der “Hochzeitssuppe” durch einen Übersetzungsfehler aus dem Italienischen. Eine minestra maritata (“verheiratet Suppe”) wurde keineswegs zur Hochzeit gekocht, sondern verweist auf die Mischung von Fleisch- und Gemüseeinlagen in einer Suppe.

Sicherlich wurde traditionell auch zu oberfränkischen Hochzeiten immer eine gute Suppe gereicht, die sich vielerorts wohl nicht wesentlich von der üblichen Festtagssuppe, also einer Leberklößchensuppe oder auch einer Rindfleischsuppe mit Einlage unterschied. Daneben gibt es aber auch ein kulinarisches Brauchtum aus jüngerer Zeit, nach dem die fränkische Hochzeitssuppe mit reichhaltigen (siebenerlei) Einlagen auszustatten ist, um dem Brautpaar Glück zu bringen. Neben kleinen Nudeln oder Pfannkuchenstreifen kann die Suppe daher auch Eierstichwürfel, Suppenbiskuit und verschiedene Klößchen aus Mark, Fleisch, Grieß und Mehl enthalten. Grundlage der Suppe ist eine kräftige Fleischbrühe aus Suppenfleisch, Knochen und reichlich Wurzelwerk

Aufbewahrung / Haltbarkeit:

Rindersuppen lassen sich mehrere Tage im Kühlschrank oder auch eingefroren aufbewahren. Größere Mengen kann man auch in Gläser einkochen. Die Einlagen sollte man möglichst trocken aufbewahren (Suppenbiskuits) oder frisch zubereiten (Markklößchen, Pfannkuchenstreifen).

Genusstipp:

Die fränkische Hochzeitssuppe ist eine ideale Suppe für festliche Anlässe; ihre Herstellung erfordert etwas Aufwand, der sich aber auf alle Fälle lohnt.

Literatur:

Franziska Hanel, Das Hofer Kochbuch, Hof 1987, (S. 19.)
Franziska Hanel, Schnitz, Schwaaß und Schweinebroutn, Weißenstadt 2014 (S. 34)

Autoren:

Genussregion Oberfranken, Foto Martin Bursch; Textbearbeitung Uta Hengelhaupt

Rezept

Fränkische Hochzeitssuppe

Zutaten:

Rezept für ca. 10 Portionen

Für die Suppe
350 g Suppenfleisch
350 g Rindfleischknochen
Wurzelgemüse
2 Zwiebeln, Salz, Pfeffer,
Petersilie

Suppenbiskuit:
80 g Butter
4 Eier, getrennt
4 EL Mehl
Salz

Mehlklößchen:
80 g Butter
4 Eier
170 g Semmelmehl
Salz
Muskat

Leberklößchen
80 g Butter
3 Eier
125 g Leber, durchgedreht
80 g Semmelmehl
Salz
Piment
Zwiebeln
Petersilie

Pfannkuchenstreifen
170 g Mehl
3 Eier
Milch
Salz

Zubereitung:

Aus den Zutaten für die Suppe wird eine feine Brühe hergestellt. Diese muss nicht unbedingt Fleisch enthalten. Man kann aber auch fein geschnittene Fleischwürfel in die Teller geben.

Die Herstellung der Suppeneinlage verlangt einigen Aufwand. Die beschriebene Auswahl gehört zu den gängigen Suppeneinlagen.

Suppenbiskuit:
Eigelb, Butter und Mehl verrühren, salzen und steif geschlagenen Eischnee unterheben. Eine gefettete Form mit Pergament auslegen und Teig ca. 1 cm dick einfüllen. Bei mittlerer Hitze goldgelb backen und in kleine Rauten schneiden.

Mehlklößchen:
Alle Zutaten zu einem Teig verrühren und mit Salz und Muskat abschmecken. Mit dem Teelöffel kleine Klösschen formen und in siedendem Fett ausbacken.

Leberklößchen:
Butter schaumig rühren und mit den anderen Zutaten verrühren. Petersilie und Zwiebel fein hacken und alles abschmecken. Kleine Klösschen formen, in kochendes Salzwasser legen und 10 Min. ziehen lassen.

Pfannkuchenstreifen:
Aus den Zutaten einen dünnflüssigen Teig herstellen und in der Pfanne dünne Pfannkuchen ausbacken. In feine Streifen schneiden.

Zur Übersicht
Menü