Linsensuppe, fränkische Art

Saisonale Spezialität

Deftig zubereitete und mit Bauchfleisch oder Würstchen servierte Linsensuppen sind echte Bauchschmeichler, die ihre Abstammung aus Zeiten, in denen ein kräftiges Essen Körperkraft verleihen und gegen die (winterliche) Kälte helfen musste, nicht verleugnen können. Eintöpfe aus Linsen, Erbsen oder auch Bohnen und Kartoffeln gehören daher in ganz Deutschland zu den Klassikern der alten Küche, die neben üppigen Inhalten durchaus auch gesundheitliche Werte haben können. So enthalten Linsen – insbesondere in Kombination mit Getreide-Eiweiß – für den Menschen besonders wertvolle Aminosäure-Verbindungen und reichlich Zink und bilden damit eine ideale Grundlage auch für die fleischlose Küche.

Linsen – insbesondere die braunen Tellerlinsen – gehörten als preiswerte und leicht zu lagernde Hülsenfrüchte früher als Grundnahrungsmittel in jeden Haushalt. Die Begehrlichkeit eines schmackhaften Linsengericht, für das man weitaus wertvollere Dinge gerne opfert, hat sogar sprichwörtlichen Charakter, der auf das Alte Testament zurück geht. So trat Esau seinen Anspruch als erstgeborener Sohn Isaaks an seinen Bruder Jacob für ein Linsengericht ab, was belegt, dass man bereits in biblischen Zeiten eine würzig-kräftige Linsensuppe gerne und wohl auch häufig aß.

In Oberfranken verbindet sich noch ein weiterer symbolischer Brauch mit der Linsensuppe. Man isst sie hier gerne zum Heiligen Abend und zu Sylvester. Denn die Vielzahl der Linsenkörner in der Suppe soll dafür sorgen, dass im kommenden Jahr das Geld in der Börse nicht ausgeht.

Offenlegungsdatum:

Linsen als Grundnahrungsmittel sind bereits im Mittelalter bekannt.

Aufbewahrung / Haltbarkeit:

Eintöpfe lassen sich gut aufbewahren und wieder aufwärmen. Sie sollen dann noch etwas besser schmecken.

Jahreskalender:

Sie können die Spezialität an Sylvester, zu Heiligabend, im Winter und im Herbst genießen.

Genusstipp:

Kräftig gewürzte Linsensuppen passen gut zu einem fränkischen Bier. Man isst sie gerne mit einem Stück Bauchfleisch oder auch zu feinen Siedewürstchen.

Wer gerne etwas farbiger kocht, sollte gelbe oder rote Linsen oder auch die schwarzen Beluga-Linsen probieren. Da sie sehr viel kleiner sind als die braunen Tellerlinsen, muss man sie auch nicht lange einweichen.

Autoren:

Genussregion Oberfranken, Foto Martin Bursch; Textbearbeitung Uta Hengelhaupt

Rezept

Linsensuppe, Grundrezept

Zutaten:

Etwa 120 – 150 g getrocknete Linsen, 1 dicke Scheibe Bauchspeck, Wasser, Fleischbrühe, 1 Bund Suppengemüse, 1 Zwiebel, Salz, frisch gemahlenen Pfeffer, Lorbeerblatt, ev. 3 – 4 Kartoffeln, Wienerla oder Mettwürstchen.

Zubereitung:

Die Linsen über Nacht oder wenigstens 1 – 2 Stunden einweichen. Das Einweichwasser abgießen. Den Bauchspeck klein schneiden und auslassen, Zwiebel und Suppengemüse klein schneiden und dazu geben und mit frischem Wasser oder 1/2 l Fleischbrühe aufgießen. Die Linsen und die Gewürze dazu geben und köcheln lassen.Tellerlinsen brauchen etwa 50 Minuten um weich zu kochen, rote, gelbe oder Beluga-Linsen benötigen etwas weniger Zeit. Zum Schluß die Wienerla oder Mettwürstchen an die Suppe geben und gut durchziehen lassen. Wer will kann die Wurst auch in Scheiben schneiden, damit die Suppe den Wurstgeschmack etwas besser annimmt.

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