Versoffene Jungfern

Besoffene Jungfern, Beschwipste Jungfern, Trunkene Jungfern
Saisonale Spezialität

Ohne Zweifel gehören die “Versoffenen” oder auch “Besoffenen Jungfern” zu den klassischen Süßspeisen der alten Küche und sind mit leicht variierenden Rezepten im gesamten süddeutschen und österreichischen Raum bekannt. Dem Aufwand nach gehört sie zur Speisefolge festlicher Tage und werden vorzugsweise im Winter gegessen.

Man bereitet diese originelle Speise aus einer locker geschlagenen Eiweißmasse zu, sticht davon kleine Klößchen ab und lässt sie in heißem Fett ausbacken. Auch in dieser Form wären die hellfarbigen, also nicht braun ausgebackenen Klößchen bereits ein Genuss, der sich aber noch steigern lässt, wenn man sie mit einer gewürzten Rotweinsoße übergießt. Darin “erröten” die vollgesogenen Klößchen und erinnern damit an die durch Alkoholgenuss geröteten Wangen junger Mädchen.

Dies allerdings ist die eher harmlose Erklärung der etwas despektierlicher Bezeichnung für dieses Gericht. Andere Quellen wollen dagegen wissen, dass sich der Name eher auf die Zustandsbeschreibung älterer Jungfern nach einem fröhlichen Damenkränzchen bezieht. Auch die Jungfern als Klosterfrauen werden gelegentlich in Verdacht genommen.

Wie bei allen Schmalzgebäcken dürften auch die Rezepturen für die Herstellung der “Versoffenen Jungfern” schon sehr alt sein. So finden sich Varianten, die eine Art Brandteig verwenden oder einen Teil der Eier durch Quark ersetzen. Die gewürzte Weinsoße entspricht gelegentlich den herkömmlichen Punsch- oder Glühweinrezepten und bestätigen damit den winterlichen Charakter dieser Süßspeise.

Jahreskalender:

Sie können die Spezialität im Winter genießen.

Genusstipp:

Der Name dieser althergebrachten Süßspeise verweist hinreichend auf Ihren alkoholischen Gehalt. Ihrem winterlichen Charakter entsprechend, ist ihre – daraus folgende – herzerwärmende Wirkung durchaus erwünscht. Wer dennoch darauf verzichten möchte, kann ohne weiteres den Wein durch einen gewürzten Traubensaft ersetzen.

Autoren:

Genussregion Oberfranken, Foto Martin Bursch; Textbearbeitung Uta Hengelhaupt, Rezepte Kerstin Rentsch

Rezept

Versoffene Jungfern 1

Zutaten:

3 – 4 Eier, 100 g Zucker, 125 g Mehl, Salz;

Für die Weinsoße: 1 halber Liter Rotwein, 1 Stück Zimt, 3-4 Nelken, Saft und Schale 1 Zitrone sowie ev. weitere Glühwein- oder Punschgewürze wie Sternanis und Cardamon.

Fett zum Ausbacken.

Zubereitung:

Die Eier trennen, Eiweiß mit Salz und Zucker steif schlagen; das Eigelb getrennt ebenfalls gut schlagen und das Mehl untersieben. Das Eiweiß an die Eigelb-Mehlmasse geben und vorsichtig unterheben. Mit einem Löffel Klößchen abstechen und in heißem Fett leicht braun von beiden Seiten ausbacken.

Aus Wein und Gewürzen einen Punsch herstellen und die ausgebackenen Klößchen darin ziehen lassen. Man kann sie mit oder auch ohne Soße servieren. Wer mag, bestreut sie nochmals mit Zimt und Zucker.

Versoffene Jungfern 2

Zutaten:

250 g Mehl, 200 g Zucker, 250 g Quark, 2 Eier, etwas Vanillemark, Salz, Fett zum Ausbacken.

Die Weinsoße kann man wiederum aus Rotwein und Gewürzen zubereiten. Alkoholfrei läßt sie sich aber auch mit einem halben Liter rotem Traubensaft, Zimt, Zucker, Nelke, Sternanis sowie Saft und Schale einer Zitrone herstellen.

Zubereitung:

Man rührt aus den Zutaten einen Teig, sticht mit dem Löffel Klößchen ab und lässt die in schwimmendem Fett von beiden Seiten leicht braun ausbacken.

Dann erwärmt man den Traubensaft und gibt die Gewürze hinzu. Lässt alles ziehen und legt die fertigen Klößchen hinein. Wenn sie gut durchgezogen sind, serviert man sie auf einem Teller. Ev. nochmals mit Zimt und Zucker bestreuen.

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