Scheiterhaufen

Scheiderhaifla, Ofenschlupfer
Saisonale Spezialität

Scheiterhaufen sind eine im ganzen fränkisch-süddeutschen und österreichischen Raum unter verschiedenen Namen bekannte süße Hauptmahlzeit, die vor allem bei Kindern sehr beliebt ist. Man verwendet dazu altbackene Semmeln oder Weißbrotschnitten sowie in dünne Scheiben geschnittene Äpfel. Die Zutaten werden abwechselnd in eine gebutterte Auflaufform geschichtet und mit einer gut verquirlten Eiermilch übergossen. Goldgelb ausgebacken schmecken sie mit Zimt und Zucker bestreut hervorragend.

Man isst dieses Gericht gerne an warmen Sommer- oder Herbsttagen, wenn die Äpfel reifen. Besonders eignen sich daher auch für die Zubereitung schon leicht mürbe gewordene Kornäpfel oder der rote Sommerapfel und die rote Sternrenette.

Scheiterhaufen gehören zweifellos in die Kategorie der Resteessen. Allerdings dürfte es auch die zu ihrer Herstellung benötigten Milchsemmel oder ein helles Weizenmehlbrot früher nur zu besonderen Anlässen in einem solchen Übermaß gegeben haben, dass man sie – altbacken geworden – verwerten musste. So könnte das Rezept seinen Ursprung in der Weiterverarbeitung der zu großen Festtagen gebackenen feinen Weizenbrote, Semmeln oder auch Krapfen haben, die nach einigen Tagen hart wurden.

Seinen an nicht eben angenehme Strafmaßnahmen erinnernden Namen erhielt dieses gleichwohl süße Gericht durch die Art und Weise, wie Äpfel und Semmelscheiben abwechselnd in die Form geschichtet werden. Doch die negative Assoziation verfliegt sofort, wenn einem der köstlichen Duft eines im Ofen ausbackenden “Scheiterhaufen” in die Nase steigt.

Aufbewahrung / Haltbarkeit:

Scheiterhaufen schmecken knusprig gebacken und frisch aus dem Ofen am Besten. Falls dennoch etwas übrig bleibt, kann man sie wie einen Apfelkuchen auch kalt servieren. Gekühlt lässt sich die Apfel-Semmelmasse auch ein paar Tage aufbewahren.

Jahreskalender:

Sie können die Spezialität im Sommer, im Herbst und im Winter genießen.

Genusstipp:

Scheiterhaufen isst man mit Zimt und Zucker bestreut. Auch eine aus Milch und verquirlten Eiern hergestellte Vanillesoße passt hervorragend dazu.

Literatur:

Heinrich Höllerl, Von Bumberskraut bis Zwetschgenknödel, Oberfranken wie es kocht, Würzburg 2011, (S. 122.)

Autoren:

Genussregion Oberfranken, Foto Martin Bursch; Textbearbeitung Uta Hengelhaupt, Rezept Birgit Ringlein, Kerstin Rentsch.

Rezept

Zutaten:

Auf etwa 6 – 8 altbackene Semmeln oder eine entsprechende Menge an Weißbrotscheiben oder altbackenen Krapfen verwendet man 1/4 l Milch, 3 – 4 Eier, 6 – 8 säuerliche Äpfel, 60 g Zucker, Saft und abgeriebene Schale von 1 Zitrone, etwa 50 g Sultaninen und Mandeln (nach Geschmack), Butter zum Ausfetten der Form sowie etwa 50 g Butterflocken.

Zubereitung:

Die Semmeln, das Weißbrot oder die Krapfen in feine Scheiben schneiden; die Äpfel schälen, entkernen, ebenfalls in Scheiben schneiden und mit Zitronensaft beträufeln. Milch und Eier gut verquirlen, Zucker und Zitronenschale dazugeben. Nun die Semmelscheiben mit der Eiermilch übergießen und gut durchziehen lassen. Eine ofenfeste Form gut mit Butterfett ausstreichen. Zunächst eine Schicht von der Semmelmasse hineingeben, danach eine Schicht Äpfel darüber verteilen und so fortfahren, bis alles gut verteilt ist. Die abschließende Semmelschicht mit Butterflocken bestreuen. Wer mag, kann die Äpfel mit geraspelten Mandeln und Sultaninen mischen. Im Ofen bei etwa 180 °C ca. 45 Minuten goldgelb ausbacken.

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