Steinenhausen (Kulmbach): Mainzusammenfluss und Schloss Steinenhausen

Kulmbach

Unterhalb von Schloss Steinenhausen, südwestlich der Großen Kreisstadt Kulmbach und zwischen den Ortschaften Melkendorf, Frankenberg und Katschenreuth vereinen sich die beiden Quellflüsse des Mains zu einem Strom.

Der wasserreichere Weiße Main entspringt im Fichtelgebirge bei Bischofsgrün am Fuße des Ochsenkopfs und fließt 41 Kilometer bis zur “Mainwiege” bei Kulmbach. Sein Name leitet sich aus der Tatsache ab, dass sein klares Wasser vorwiegend über Granitgesteine fließt und deshalb weniger färbende Sedimente aufnimmt. Der Rote Main entspringt im Lindenhardter Forst bei Creussen und fließt 55 Kilometer bis zur Mainwiege. Er ist der wasserärmere der beiden Quellflüsse. Auf seiner Reise über lehmhaltige Böden von der Fränkischen Schweiz vorbei am Fuß des Fichtelgebirges über Bayreuth bis nach Steinenhausen färbt sich sein Wasser leicht rötlich.

Am Zusammenfluss der beiden Quellflüsse bei Steinenhausen beginnt das Obermainland. Führte der Ort lange Zeit ein eher verborgenes Leben, wurde vor einigen Jahren mit der neuen Verbindung der überörtlich bedeutenden Fernradwege Rotmain- und Weißmainroute) eine Brücke über den Main gebaut, um den Mainzusammenfluss als markanten Punkt erlebbar zu machen. Damit wurde nicht nur ein besonderer Identifikationsort für den Main geschaffen, sondern auch ein weiterer herausragender Erlebnisbereich für den überörtlichen, naturnahen Tourismus und die Naherholung im Kulmbacher Land entwickelt. Auch der 540 km lange “Mainwanderweg” vom Fichtelgebirge bis zur Mündung in den Rhein, sowie der Qualitätswanderweg “Frankenweg” und weitere Wanderwege führen unmittelbar am Mainzusammenfluss vorbei.

Der Main ist der Hauptfluss Frankens. Umso mehr verwundert die Tatsache, dass seine “Wiege” bis vor kurzem eher unerschlossen war. Vom Zusammenfluss der beiden Quellflüsse unterhalb von Schloss Steinenhausen ab fließt der junge Main westwärts durch ein weites Tal am Nordrand der Fränkischen Alb über Burgkunstadt, Lichtenfels und Staffelstein weiter in Richtung Bamberg, wo er mit der von Osten zufließenden Regnitz seinen größten Nebenfluss aufnimmt. Von hier aus fließt er in nordwestliche Richtung weiter nach Unterfranken.

Die barocke Anlage von Schloss Steinenhausen nahe Melkendorf stammt aus dem Besitz der Familie von Guttenberg, die es 1935 veräußerte. 1987 ging das Schloss in den Besitz des Freistaats Bayern über. Heute befindet sich die Außendienststelle Kulmbach des Bayerischen Landesamtes für Umwelt in dem Gebäude. Im Bereich der Außenanlagen wurde auf der Zufahrt zum Schloss eine Obstbaumallee gepflanzt. Die Gartenanlagen werden für Messeinrichtungen und Kleinprojekte des Naturschutzes verwendet.

Neben der Vermehrung von schwerbeschaffbarem Saatgut alter Getreidesorten werden derzeit in einer Art Fruchtwechselsystem Wildackermischungen zur Brachebegrünung, Futtererbsen zur Nährstoffanreicherung oder Sonnenblumen als spätsommerliches Blütenangebot für Insekten angesät. Ein Insektenhotel wurde ebenfalls im Garten errichtet.

Kulinarisches:

Wer auf einem der überregionalen Rad- oder Wanderwege zur Mainwiege unterwegs ist, sollte sich in Melkendorf oder Mainleus nach Proviant oder einer zünftigen Einkehr umsehen. Hinweisschilder am Weg verweisen auch auf die örtliche Gastronomie.

Die Obstbaumallee auf der Zufahrt zu Schloss Steinenhausen zeigt eine Vielzahl ursprünglich landestypischer Obstsorten. Auch hier kann man sich anhand von Infotafeln informieren.

Erlebnis

Steinenhausen (Kulmbach): Mainzusammenfluss und Schloss Steinenhausen

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