Steinbach an der Haide: Besuch im Pflanzgarten auf dem Dorfplatz

Landkreis Kronach

Im kleinen Örtchen Steinbach an der Haide gibt es einen Dorfgarten, der in seiner Art wohl einzigartig ist. Anstelle eines Dorfplatzes bildet dieses sogenannte “Pflanzbeet” das Zentrum des typischen Runddorfes. Die Anlage ist Nutzgarten und Ziergarten zugleich. In trautem Miteinander wachsen dort Tomaten neben Nelken, Stachelbeeren neben Cosmeen und Rosen neben Erbsen. Schon im zeitigen Frühjahr weht ein starker Veilchenduft über die Beete und das satte Violett dieser ersten Frühlingsboten lässt wahre Frühlingsgefühle aufkommen. Ein Farbenrausch an dem sich das Auge nicht satt sehen kann, bietet einen herrlichen Kontrast zu den frankenwaldtypischen dunkelblauen Schieferfassaden.

An schönen Tagen herrscht in dem Garten reges Treiben. Denn früher wie heute, besitzt nahezu jede Familie des Dorfes eine Parzelle in der Anlage. So wird die Gartenarbeit gerne mit einem Plausch unter Nachbarn verbunden. Und wie es unter Nachbarn meist üblich ist, will natürlich auch in Steinbach jeder ein ansprechendes Beet vorweisen. Zur Freude der Gäste wird um die Wette gepflanzt, gejätet und geerntet. Jeder für sich und doch gemeinsam, ähnlich einem Mosaik, in das jeder Bewohner sein ganz individuelles Steinchen hinzugibt.

Der “Große Garten auf dem Anger” wurde bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erwähnt. Ursprünglich diente der Garten der Aussaat und dem Aufziehen von Krautpflanzen. Im Frühjahr wurden diese in weitem Umkreis bis nach Thüringen hinein verkauft. Auch wenn dieser ursprüngliche Zweck heute keine Bedeutung mehr hat, ist den Steinbachern doch die Lust am (gemeinschaftlichen) gärtnern geblieben. Und so hegt und pflegt man den wunderschönen Pflanzgarten zur eigenen und allgemeinen Freude. Auch Gäste sind den Steinbachern gerne willkommen, mit denen man sich ausführlich über Gartenlust und Gartenfreuden austauschen kann.

Die Steinbacher fühlen sich wohl in ihrem Dorf. Das sieht man auch an der Liebe, mit der sie ihre Häuser und Vorgärten hegen und pflegen. Obstspaliere zieren die Fassaden, Blumenkästen Haus für Haus, Fenster, Vorgärten, ja selbst die Misthaufen “blühen”. Diese Hingabe zum Detail hat Steinbach an der Haide bereits zwei Siege im Bundeswettbewerb “Unser Dorf soll schöner werden” eingebracht. Die Goldmedaillen neben dem Dorfteich sind stolze Dokumente dieses Gemeinschaftssinns.

Das in einer Senke eingebettete Dorf liegt geschützt zwischen den Höhen des Frankenwaldes. Von hier aus schweift der Blick bis weit hinein ins Thüringer Land. Die sternförmig auf das Dorf zulaufenden “Hofgelänge” verbinden die Bauernhöfe mit der umgebenden Natur. Diese Landschaft ist gesegnet mit noch selten anzutreffenden Pflanzen wie Herzsumpfblatt, Bärlapp, Osterglocken und verschiedenen Enzianen. Besonders der nahegelegene ehemalige Grenzsstreifen entwickelt sich mehr und mehr zu einem Kleinod für seltene Pflanzen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass man diesem Biotopverbund nun als “Grünes Band” bezeichnet.

“Krautsteinbach”, so wurde der kleine oberfränkische Ort früher auch genannt. Wenn Sie heute in die Dorfmitte kommen, dann erwartet Sie aber eine Gartenpracht, die nichts mehr mit den einstigen Kraut- und Rübenpflanzen zu tun hat, wofür der Ort bekannt war. Steinbachs Dorfplatz ist ein einziger blühender Bauerngarten, der sich aus der historischen Aufteilung der Nutzgärten rund um die Kirche entwickelt hat. Seit über zweihundert Jahren, wahrscheinlich auch schon länger, hat fast jede Familie dort eine Parzelle, und die Steinbacher lassen ihre grünen Daumen intensiv walten, um das Ortsbild mit einer bunten Mischung aus Zier- und Nutzpflanzen zu bereichern. Eingerahmt von einem klassischen Lärchenholzzaun, ist der Pflanzgarten in Steinbach nicht nur für die Bürger, sondern auch für Gäste eine gern besuchte, blühende Oase des Dorfes.

Kulinarisches:

Im Pflanzgarten von Steinbach gedeihen neben Blumen aller Arten und Farben auch viele bekannte Küchengemüse. Sorgfältig gehegt und gepflegt, verwenden die Steinbacher sie am heimischen Herd, denn bei so viel Gartenliebe wird natürlich auch gekocht, konserviert und bevorratet. Deshalb sind die Steinbacher auch eine fast unerschöpfliche Quelle für Tipps und Hinweise rund um die Verwertung von Kräutern, Salaten, Gemüse, Beeren und vielem mehr, was im hübschen Schieferstädtchen so alles wächst, blüht und Früchte trägt.

Wer danach in einem typischen Frankenwald-Wirtshaus einkehren möchte, findet im Ort das Gasthaus Rosenbusch mit bodenständiger Küche. Weitere Tipps zur regionalen Gastronomie finden Sie auf den Seiten: https://www.ludwigsstadt.de/freizeit-tourismus/gastronomie-und-uebernachtung/essen-und-trinken/

Termin:

Gerne sind im Golddorf Steinbach an der Haide auch Reisegruppen willkommen. Im Rahmen der Initiative Handwerk & Kultur erleben – Träger des Bayerischen Innovationspreises 2009 für Angebotsgestaltung im Tourismus – stellt man Ihnen gerne einen Programmvorschlag für eine Bustour zusammen. Nähere Infos erhalten Sie unter www.handwerkundkultur.de.

Weitere Veranstaltungen:

Rund um Steinbach liegen zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten, die man unbedingt einmal besuchen sollte! Beginnend bei der Burg Lauenstein, einer mittelalterliche Höhenburg, gelegen im thüringisch – fränkischen Schiefergebirge. Oder das ursprünglich in Steinbach und jetzt in Lauenstein beheimatete Schiefermuseum, das an einen ehemals bedeutenden Erwerbszweig in der Region erinnert. Schiefer in seiner ganzen Vielfalt wurde jahrhundertelang rund um Steinbach wirtschaftlich genutzt. Besonders die Herstellung von Schiefertafeln erlangte größte Bedeutung. So war Ludwigsstadt eines der Zentren der Tafelfabrikation in Deutschland und so manch einer wird seine ersten Schreibversuche auf einer Schiefertafel aus Lauenstein begonnen haben. Wer mehr über das Schieferland Frankenwald erfahren möchte, startet vom Schiefermuseum zu einer Wanderung über den Geopfad Eisenberg, der über die Gewinnung und Verarbeitung von Dach- und Griffelschiefer hinaus einen phantastischen Einblick in die Erdgeschichte rund um Ludwigstadt vermittelt. Auch der Besuch im GEOTOP-Dachschieferbruch Oertelbruch am Trogenbach ist unbedingt zu empfehlen, zählt es doch zu Bayerns schönsten Geotopen. Diese und viele weitere Hinweise finden Sie unter: https://www.ludwigsstadt.de/startseite/

Links:

http://www.frankens-paradiese.de/poi/pflanzgarten_steinbach_an_der-9020/

Erlebnis

Steinbach an der Haide: Besuch im Pflanzgarten auf dem Dorfplatz

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