Radelbares Oberfranken: Regnitzradweg – Eine Erlebnisradtour von Bamberg nach Nürnberg

Oberfranken

Ein Vorschlag für eine wunderschöne Radtour entlang der Regnitz kommt vom Verein Flussparadies Franken e.V. und FrankenTourismus. Die Radler haben im Regnitztal von den Ausläufern der Hassberge und des Steigerwaldes, vorbei an den Anhöhen der Fränkischen Schweiz mit dem legendären Walberla bis zur Stadtregion Nürnberg die Wahl zwischen zwei Varianten des Regnitz-Radweges.

Malerisch verläuft die 84 Kilometer lange Talroute durch Städte und kleine Ortschaften und folgt dabei auf Nebenstraßen und Wirtschaftswegen den Windungen der Regnitz. Parallel dazu leitet die 72 Kilometer lange Kanalroute die Radler direkt am Main-Donau-Kanal entlang. Beide Routen lassen sich zu einer Rundtour kombinieren. Und selbstverständlich können Sie auch nur Teilstücke dieser Tour genussvoll radeln. Von mehreren Unterwegsbahnhöfen haben Sie zudem Anschluss an das Nah- und Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn.

Zu der schönen Tour hat FrankenTourismus eine Broschüre mit detaillierten Streckenplänen zum Download ins Netz gestellt: http://www.frankentourismus.de/catalogs/tvf_blaetterkatalog_regnitzradweg-service_2009/index.html

Weitere Informationen finden Sie hier: http://flussparadies-franken.de/fileadmin/docs/regnitzaisch/Kurzinfo_Regnitzradweg.pdf
sowie http://www.frankentourismus.de/catalogs/tvf_blaetterkatalog_regnitzradweg-service_2009/index.html

Gerne möchten wir diese attraktive Route noch um einige Hinweise ergänzen (Textauszug nach: http://www.lfu.bayern.de/natur/kulturlandschaft/entwurf_gliederung/doc/10_bamberger_main_und_regnitztal.pdf)

Geschichtliches:
Das Bamberger Main- und Regnitztal ist ein sehr früh erschlossenes Altsiedelland. Erste Anzeichen menschlicher Besiedlung gehen bis in die Altsteinzeit zurück. Zahlreiche archäologische Fundstellen, wie z. B. bei Hallstadt, belegen eine intensive Besiedlung des Raumes bereits während der Jungsteinzeit. Bevorzugte Siedlungsplätze waren hierbei die Uferterrassen außerhalb des Überschwemmungsgebietes der Gewässer. Relikte der Bronze- und Eisenzeit finden sich zum Teil am Rande des Albtraufs des Frankenjuras (z. B. Kersbach, Forchheim) (Scherzer 1962: 126). Im 5. Jahrhundert drangen thüringische Volksstämme über das Grabfeld und das Coburger Land weit in die Region ein. Beleg für die Siedlungstätigkeit aus dieser Zeit sind die Ortsnamenendungen auf “-stadt” wie z.B. Hallstadt, Pettstadt, Amlingstadt, Trunstadt, Döringstadt (Büttner 2004: 9).

Die eigentliche Besiedlung und Erschließung des Bamberger Main- und Regnitztals setzte jedoch im 7. Jahrhundert mit der fränkischen Landnahme ein. In dieser Zeit wurde die Region planmäßig besiedelt und mehrere Ortschaften gegründet. Relikte aus dieser ersten fränkischen Besiedlung sind die Häufungen der typisch merowingischen Ortsnamenendungen auf -heim (z. B. Buttenheim, Gundelsheim, Egglofsheim, Forchheim) (Scherzer 1962: 126). Im 7. und 8. Jahrhundert bildete das Bamberger Main- und Regnitztal bereits einen Knotenpunkt von unterschiedlichen, wichtigen Wegeverbindungen in Nord-Süd und Ost-West Richtung (Hochstraße, neue Straße). Um diese Handelsstraßen zu schützen und die neue erworbenen fränkischen Gebiete politisch, militärisch und strategisch zu sichern, wurden so genannte fränkische Königshöfe errichtet. Die wichtigsten innerhalb des Bamberger Main- und Regnitztals waren die Königshöfe Hallstadt, Forchheim und Bamberg. Als befestigte Siedlungen und Grenzfestungen ausgebaut, waren sie zumeist Motor für die weitere kulturelle und politische Entwicklung der Region.

Besondere Bedeutung als ein solcher Außenposten gegen die Burggrafen von Nürnberg war die Königspfalz Forchheim (Erstnennung 805). Mehrere Bastionen und Stadttore zeugen heute noch von ihrer Funktion als Grenzstadt am Rande des ehemaligen Frankenreiches. Ab dem Hochmittelalter (um 1000) nimmt die Stadt Bamberg eine herausragende Rolle für die Entwicklung der gesamten Region und weiter Teile Frankens ein. Unter Kaiser Heinrich II wurde dieser ehemalige Sitz des Bamberger Adelsgeschlechts 1007 zum Bistum Bamberg und zur Kaiserresidenz erklärt. Als neues geistliches und weltliches Zentrum des Reiches beeinflusste die Dom- und Kaiserstadt sowie deren Herren entscheidend die umgebende Kulturlandschaft bis in die heutige Zeit (Kolonisation, Verkehrserschließung, Handel, Gebietszugehörigkeit, Sprachraum, Wirtschaftsentwicklung, Tourismus). Auch auf die Klöster des Bistums Bamberg gehen zahlreiche Stadtgründungen und die weitere Erschließung des Raumes zurück.

Die Kulturlandschaft:
Die Kulturlandschaft des Regnitztales stellt sich als weithin offene Flusstallandschaft dar. Geprägt ist die Landschaft dabei durch den Wechsel von mittelalterlich geprägten Städten, Kirchen, Klöstern und kleinen Bauerndörfern. Außerhalb der Siedlungen wird die Kulturlandschaft maßgeblich von den beiden Flüssen Main und Regnitz bestimmt, die als durchgängige Nord-Süd-Achsen das Rückgrat der Landschaft bilden. Aufgrund der geringen Geländeneigung wiesen Main und Regnitz ursprünglich einen sehr stark mäandrierenden Flusslauf auf. Heute sind die Flüsse begradigt. Wenige Altwasserbereiche und zahlreiche künstliche Baggerseen prägen das Bild der Landschaft neben einer überdurchschnittlich hohen Siedlungs- und Infrastrukturdichte.

Main und Regnitz werden intensiv und sehr vielfältig genutzt (Trink- und Brauchwasserversorgung, Be- und Entwässerung von Ackerflächen, Mühlenwirtschaft, Flussfischerei), sind Achsen der Dorf- und Stadtentwicklung und aufgrund ihrer Bedeutung als Handels- und Transportwege Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung des Raumes. Verbreitete Siedlungsformen im Main- und Regnitztal und im Albvorland sind kleine Haufendörfer mit Gewannfluren. Dabei befinden sich die Dörfer meist in direkter Nähe zu den Gewässern, jedoch außerhalb der Aue. Die charakteristische Bauernhofform ist der regelmäßige Dreiseithof. Der Austragshof, ein Dreiseithof mit zusätzlichem Nebengebäude stellt im Bamberger Raum eine Besonderheit dar. In der Baustruktur ist das Fränkische Fachwerk sowohl in den Dörfern als auch in den Städten stark vertreten (Forchheimer Marktplatzensemble, Alte Hofhaltung Bamberg, Fischersiedlung Klein Venedig). Zudem findet der anstehende Sandstein häufig Verwendung als Baumaterial (Neue Residenz Bamberg, Bamberger Dom). Die Städte im Bamberger Main- und Regnitztal haben oft einen mittelalterlichen Charakter mit dichter Bebauung der Altstadt, Stadtmauern, Wehranlagen, Tortürmen und einer hohen Anzahl von Kirchen und Klöstern. Ausgehend von der als “fränkisches Rom” (Stadt auf sieben Hügeln erbaut) bezeichneten Residenz- und heutigen UNESCO Weltkulturerbestadt Bamberg wurde die Region durch die weltlichen und geistlichen Herren späterer Epochen beeinflusst. Besondere Bedeutung hatten die Fürstbischöfe von Schönborn zur Zeit des Barock und Rokoko. Aus dieser Zeit stammen viele bedeutende Palais, Parkanlagen, Plätze, Schlösser (Schloss Geyerswörth, Schloss Seehof) und Kirchenbauten (Bamberger Dom, Kloster Michelsberg, Basilika Vierzehnheiligen und Kloster Banz).

Kulturdenkmäler:
Die Kulturlandschaft ist unter dem Einfluss des Hochstifts Bamberg religiös geprägt und weist zahlreiche Kirchenbauwerke, Wegkreuze, Kapellen, Martern, Marienstatuen an Häusern sowie weitere sakrale Elemente und Denkmäler auf. Kirchliche Feiertage und Veranstaltungen werden in der Region festlich begangen. Besonderheiten stellen z. B. Wallfahrten (nach Vierzehnheiligen), Fronleichnamsprozessionen (Bamberger Festumzug) und das Karfreitagsratschen (in der ganzen Region) dar. Darüber hinaus verfügt die gesamte Region über eine reiche Kirchweihtradition. Von Sommer bis Herbst veranstaltet fast jede Gemeinde ihre eigene „Kerwa“. Dabei wird das jeweilige Patronatsfest einer Kirche als fröhliches Volksfest gefeiert, bei denen regionales Bier, Fisch- und Bratwurstspezialitäten eine große Rolle spielen. Zu den größten Festen dieser Art zählen die Sandkerwa in Bamberg und das Anna-Fest in Forchheim, die viele Einheimische und Touristen in die Städte locken.

Kulinarisches:

Landwirtschaft:
Traditionell wird das Bamberger Main- und Regnitztal intensiv durch die Landwirtschaft genutzt. Die historische Landwirtschaft wurde dabei in Mischwirtschaft von Ackerbau, Grünland und Viehwirtschaft betrieben. Eine kulturhistorische Besonderheit stellen die noch vorhandenen Gewannfluren bei Kemmern dar: In kleinen Familienunternehmen wurden, bedingt durch die fränkische Realteilung, auf durchwegs kleinen Ackerschlägen (Kleinblockflur) Gemüse, vor allem Kartoffeln, Getreide und Futterpflanzen (Raps, Klee) für das Vieh angebaut. Bei Kemmern hat sich dadurch die charakteristische, abwechslungsreiche Landschaftsstruktur mit kleinen, rasch abwechselnden Anbaukulturen erhalten.

Aufgrund der sandigen, leicht zu bearbeitenden Schwemmlandböden, des milden Klimas sowie der günstigen Lage zu den nahen Absatzmärkten ist vor allem um die Städte Hallstadt, Bamberg und Forchheim intensiver Gemüseanbau verbreitet (Spinat, Salat, Kohl, Zwiebeln, Bohnen, Rüben, Spargel und Meerrettich). Das reiche Angebot an Gemüse wird auf den jeweiligen “Grünen Märkten” in den Städten angeboten. Die Meerrettich-Erzeugung und Verarbeitung um Baiersdorf hat sich seit dem 17. Jahrhundert zu hoher Blüte entwickelt. Der als “Baiersdorfer Reibekren” vermarktete Meerrettich hat dem Gebiet um Baiersdorf den Namen “Krenland” beschert.

Sehenswertes:
Die sandigen, schnell trocken fallenden Böden der Region machten es nötig, dass die Felder bewässert wurden. Als eine besondere Form der Feldbewässerung wurden im Raum um Forchheim hierfür Wasserschöpfräder eingesetzt. Mit Hilfe von quer zum Flusslauf errichteten Stauwehren wird das Wasser der Regnitz angestaut und mit Hilfe der Schöpfräder bis zu 4 Meter auf die angrenzenden Flächen gehoben, wo es mit Hilfe eines Systems an Holzrinnen, Gräben und Schleusen (Schützen) die Wiesen und Felder bewässert. Heute werden die Felder über elektrische Pumpsysteme bewässert. Die früher sehr häufig anzutreffenden Bewässerungseinrichtungen (belegt sind um 1805 190 Wasserschöpfräder auf einem 25 Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Forchheim und Fürth) sind heute nur noch selten in der Kulturlandschaft anzutreffen (vor allem Region um Baiersdorf/Möhrendorf).

Obstbau:
Das Bamberger Main- und Regnitztal stellt das Zentrum des oberfränkischen Obstanbaus dar. Dabei bildet der Ort Effeltrich bereits um 1800 mit zahlreichen ansässigen Baumschulen eine Keimzelle des Obstbaus . An den sonnenexponierten Hängen des Juratraufs ziehen sich die Obstbaumquartiere bis weit in die Tallagen herunter oder säumen die kleinteilige Ackerflur. Besondere Bedeutung für den Raum hat der Kirschen- und Pflaumenanbau.

Bierkultur:
Das Brauereiwesen hat im gesamten Raum eine große Bedeutung. Keimzelle dieser Kultur waren die vielen Klöster des Bistums Bambergs, die das Bier unter anderem als Fastentrunk herstellten und die Braukunst in der Region verbreiteten. Charakteristisch für die Kulturlandschaft des Bamberger Main- und Regnitztals sind heute eine Vielzahl von lokalen Kleinst-Brauereien und entsprechend viele Biersorten.

Zur Lagerung der Biere wurden Felsen- und Erdkeller meist in Ortsrandlage angelegt. Oftmals wurde oberhalb der Keller das eingelagerte Bier an Ort und Stelle auch ausgeschenkt. Obwohl die Einlagerung des Bieres heute nicht mehr in diesen Kellern erfolgt, sind die Ausschänke in Form von Biergärten erhalten geblieben. Dieses “Auf den Keller gehen” ist nach wie vor ein fester Bestandteil der Freizeitkultur im gesamten Bamberger Main- und Regnitztal.

Saison:

ganzjährig

Links:

http://www.landkreis-bamberg.de/PDF/Broschüre_RegnitzRadweg.PDF?ObjSvrID=1633&ObjID=1320&ObjLa=1&Ext=PDF&WTR=1&_ts=1363268606
http://flussparadies-franken.de/regnitzundaischtal/regnitzradweg.html
http://www.fraenkische-schweiz.com/sport/rad/regnitzradweg.html
http://www.umweltstation-liasgrube.de
http://www.frankentourismus.de/radfahren/

Literatur:

http://www.lfu.bayern.de/natur/kulturlandschaft/entwurf_gliederung/doc/10_bamberger_main_und_regnitztal.pdf

Erlebnis

Radelbares Oberfranken: Regnitzradweg – Eine Erlebnisradtour von Bamberg nach Nürnberg

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