Michelau in Oberfranken: Deutsches Korbmuseum und Pfad der Flechtkultur

Landkreis Lichtenfels

Stolz ist man in Michelau, Heimatort des Deutschen Korbmuseums zu sein! Es geht zurück auf die Initiative eines ehemaligen Lehrers (Christoph Will) an der Fachschule für Korbflechterei in Lichtenfels, der bereits 1929 den Standort Michelau als Wiege der Korbindustrie für die Einrichtung einer Sammlung vorschlug. Seit 1967 befindet sich das Museum im Wohn- und Lagerhaus des Korbhändlers Stölzel in der Bismarckstraße 4. 1988/90 wurde das Museum grundlegend neugestaltet. Es umfasst heute eine Ausstellungsfläche von 850 qm und präsentiert in attraktiv eingerichteten Schauräumen sowohl die Geschichte des Korbmacherhandwerks in Deutschland, Exponate aus aller Welt, wie verschiedene Erzeugnisse der Korbmacherindustrie, insbesondere Kinderwagen und Korbmöbel. Einen Mittelpunkt bilden die Erzeugnisse der obermainischen Korbmacherei, die sich im 18. und 19. Jahrhundert auf Feinflechtwaren spezialisiert hatte.

Wer sich in diesem überaus spannenden Museum über die Korbflechtkunst informiert, hat im Anschluss Gelegenheit auf dem seit 2014 bestehenden Pfad der Flechtkultur zwischen Michelau und Lichtenfels zu wandern. Entlang der 14 Kilometer langen Strecke wird an 23 Stationen auf die Tradition des Korbhandwerks, die Korbindustrie und die Bedeutung des Korbhandels in der Region hingewiesen.

Schon auf alten Ansichtskarten wirbt Michelau damit, die Wiege der Deutschen Korbindustrie zu sein. Schon 1770 wird am Ort eine Korbmacherzunft gegründet. Um 1795 gehören ihr 77 Meister an. Und noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts war annähernd jeder vierte erwachsene Einwohner Michelaus ein Korbmacher. Die Erzeugnisse des Handwerks gingen in alle Welt. Waren es ursprünglich Gegenstände des täglichen Bedarfs wie Arbeitskörben zur Aufbewahrung und zum Transport oder auch Fischreusen für die Mainfischerei, wuchs mit der Entwicklung der Feinflechterei auch der Anspruch an handwerkliches Design. Nicht zuletzt stehen die Staatliche Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung und auch das Innovationszentrum Marketing / Design / Technologie in Lichtenfels in dieser Tradition.

Der Verkauf der Korbwaren verlagerte sich im Laufe der Zeit immer mehr auf große Korbhandelshäuser, wie z.B. die Familie Gagel, die das heutige Museumsgebäude als Firmensitz errichtete. Mit dem Anschluss an die Eisenbahnstrecke Lichtenfels-Nürnberg 1846 expandierte der Korbhandel und verschaffte den Korbhändlern beträchtlichen Wohlstand. Schon bald wurden Flechtartikel aus der Obermainregion in Katalogen überall angeboten. Den Handwerkern sicherte diese Entwicklung allerdings nur eine bescheidene Existenz. Die soziale Diskrepanz zwischen den handwerklichen Erzeugern und den Handelshäusern ist auch heute noch z.B. an den überkommenen Wohnhäusern ablesbar.

An über 200 Exponaten aus aller Welt vermittelt das Deutsche Korbmuseum in Michelau einen umfassenden Einblick in Geschichte, Bedeutung und Zukunft des Korbmacherhandwerks. “Lebende Werkstätten” sollen dazu die alten Traditionen bewahren sowie Flechtkunst und Flechtkultur erhalten. In der Hauptbesuchszeit von April bis Oktober finden in den Veranstaltungsräumen des Deutschen Korbmuseums jeden Samstagnachmittag von 13.30 – 16.30 Uhr Vorführungen statt. Die besten Korbflechter aus der Region zeigen dabei die verschiedenen Techniken des Flechtens, den Umgang mit Materialien und das Spiel mit Formen und Farben.

Gruppen, die etwas mehr über das Flechthandwerk erfahren möchten, haben auch die Möglichkeit, eine Vorführung zu buchen.
Ein/e Korbmacher/in zeigt dann den Umgang mit verschiedenen Materialien und Werkzeugen und gibt Einblick in die Vielfalt er Flechttechniken und die Geschichte des Handwerks. Auch für Kinder finden besondere Veranstaltungen statt. In den Ferien können ausgewählte Kinderprogramme oder auch ein Kinderflechtkurs gebucht werden.

Anfragen richten Sie am Besten an das Deutsche Korbmuseum, Bismarckstraße 4, 96247 Michelau in Oberfranken; Tel.: 09571 83548; E-Mail: info@korbmuseum.de.

Kulinarisches:

Unter http://www.gemeinde-michelau.de/index.php?id=0,125&branchen_id=1,16 finden Sie eine Liste der Gastronomiebetriebe in Michelau. Bitte informieren Sie sich dort über die Öffnungszeiten der Einzelbetriebe. Viele bieten Ihnen sowohl Mittags- wie Abendtisch.

Die Gasthof-Metzgerei Finkenhof von Volker Gagel bietet Gästen und Käufern der Metzgerei köstliche Wurst- und Fleischspezialitäten aus der Region. Die Gasthofküche wurde mehrfach ausgezeichnet im Wettbewerb Bayerische Küche und gilt auch als ausgezeichnete Fischgaststätte. Alle Produkte stammen von ortsnahen Bauern, sowie aus heimischen Gewässern und Jagden. Im Angebot der Metzgerei sind Weiß- und Fleischwürste, Mettwurst, Rindfleischwurst, rote und weiße Säusäckla, geräucherte Leberwürstchen, Schinkenspezialitäten und vieles mehr. Viele Spezialitäten wie Presssack rot und weiß, Leberwurst, Bratwurstfülle, Göttinger, Bauernfleisch, Schmalzfleisch, Schinkenwurst erhalten Sie auch im Glas zum Mitnehmen. Ein besonderer Tipp sind übrigens die hervorragenden Bratwürste Coburger Art, die bereits beim Oberfränkischen Bratwurstgipfel in Pegnitz ausgezeichnet wurden.

Auch der Gasthof Spitzenpfeil führt zusätzlich eine eigene Metzgerei. Auf der Speisekarte steht eine Auswahl traditionell fränkischer und internationaler Speisen. Nach Möglichkeit werden saisonale Produkte wie Spargel oder Pfifferlinge frisch zubereitet. Eine Spezialität sind die hausgemachten Klöße (nach thüringer Art) – dazu verschiedene Braten in der gepflegten Frischfleisch-Qualität aus eigener Metzgerei. Ein besonderer Tipp ist die Bratkartoffel-Speisekarte des Hauses. In der hauseigenen Metzgerei kann man sich dazu mit einer herzhaften Brotzeit versorgen oder verschiedene Köstlichkeiten mit nach Hause nehmen.

Im Gasthof Goldene Krone steht eine Auswahl typisch fränkischer Gerichte sowie Schmankerl der internationalen Küche auf der Speisekarte. Das Haus besticht durch sein traditionelles Gasthausambiente. Besonders im Sommer ist der gemütliche Biergarten hinter dem Haus ein Geheimtipp. Fahrradfahrer sind hier herzlich willkommen und auch Familien mit Kinder haben viel Platz. Weiterhin sind zu empfehlen die Gaststätten Fischkorb, Zum Mainfeld und Zur Kutsche.

In der Konditorei-Café-Richter am Zolltorplatz können Sie gemütliche Kaffeehausatmosphäre atmen. Zu Kaffee und Tee können Sie hier Torten und Kuchen aus hauseigener Meisterfertigung genießen.

Im Stadtteil Schney ist schließlich die Kellerwirtschaft von Harry Stocker (Kellerfuhre 1) ein weiterer Tipp. Bei herrlicher Aussicht genießt man hier ein reichhaltiges Speiseangebot zu regionalen Fassbieren von der klassischen fränkischen Brotzeiten und vielen weiteren Gerichten bis zu “Bräten mit Klöß” am Wochenende. Das gemütliche Wirtshaus ist ganzjährig geöffnet.

Weitere Einkehrtipps finden Sie übrigens auch auf den Infotafeln des Flechtkulturweges!

Links:

http://www.bezirk-oberfranken.de/fileadmin/6_Kultur/publikationen/mitarbeiter/datei/2004Korbmuseum.pdf
http://www.gemeinde-michelau.de/
http://www.gemeinde-michelau.de/index.php?id=0,125&branchen_id=1,16

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