Kulmbach: Heute back’ ich, morgen brau’ ich

Kulmbach

Der Kulmbacher Mönchshof: Kultur und Genuss unter einem Dach

Der Kulmbacher Mönchshof gilt als Schaufenster des Lebensmittelstandortes Kulmbach und der bayerischen Nahrungsmittelkultur. Mit dem Bayerischen Brauereimuseum inklusive gläserner Brauerei, dem Bayerischen Bäckereimuseum und dem Deutschen Gewürzmuseum sowie dem Museumspädagogischen Zentrum (MUPÄZ) hat sich der Kulmbacher Mönchshof zu einem starken kulturellen und touristischen Anziehungspunkt entwickelt.

Geschichte

Bereits aus dem 13. Jahrhundert gibt es erste Hinweise auf den Kulmbacher Mönchshof als klösterliches Vorwerk. Damals allerdings noch nicht am heutigen Standort im Stadtteil Blaich, sondern da, wo heute in der Innenstadt der Holzmarkt zu finden ist. Das Augustinerkloster wurde 1553 während einer Belagerung der Stadt zerstört und vorerst nicht wieder aufgebaut. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Mönchshofbräu auf ehemaligem Klosterbesitz in der Blaich errichtet. Über die Jahre hinweg entwickelte sich diese zu einer namhaften Exportbrauerei und war in den 1960er Jahren sogar Spitzenreiter unter den einheimischen Großbrauereien. 1984 erfolgte der Zusammenschluss mit der Reichelbräu, der heutigen Kulmbacher Brauerei.

Die Museen im Kulmbacher Mönchshof

Bayerisches Brauereimuseum

Mit über 3000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist das Bayerische Brauereimuseum eines der größten Spezialmuseen rund um Bier – eine wahre Schatzkammer der Bierkultur. Die herausragende Bedeutung des „flüssigen Goldes“ in Bayern, Franken und insbesondere im Bierland Oberfranken wird in den einzelnen Abteilungen des Museums eindrucksvoll dargestellt. Mit vielen interaktiven Stationen wird der Museumsbesuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Mit der Kunst des handwerklichen „Bierbrauens um 1900“ beginnt die Ausstellung. Hier wird gezeigt, unter welch körperlicher Anstrengung zu dieser Zeit gebraut wurde. Vom Bierbrauen zur Zeit der alten Ägypter über Römer und Kelten führt der Weg der „Bierkultur im Wandel der Zeit“ zum mittelalterlichen Bierbrauen der Mönche. Die „bierige“ Reise setzt sich in der „Werbung rund ums Bier“ und der „Brauereiarchitektur“ fort. Es lässt sich anschaulich nachvollziehen, wie die Industrialisierung das Brauwesen revolutionierte und, dass das Brauen auch heute noch eine hohe handwerkliche Kunst ist. Fragen wie „Ist Bier gesund?“, oder „Macht Bier dick?“ werden ausführlich beantwortet. Wertvolle Exponate wie alte Bierkrüge, Sudhäuser und bibliophile Kleinodien runden die  Themenbereiche stimmungsvoll ab. Darunter befindet sich auch eine rund 3000 Jahre alte Bieramphore aus einem Hügelgrab bei Kasendorf, Landkreis Kulmbach, die als ältestes Indiz für das Bierbrauen in Deutschland gilt.

Höhepunkt des Besuchs im Bayerischen Brauereimuseum ist der abschließende Gang durch die „Gläserne Brauerei“ mit ihren durchsichtigen Sudkesseln und glänzenden Kupferhauben. Hier erleben die Besucher hautnah mit, wie aus Hopfen, Malz, Wasser und Hefe einzigartige, auf die unterschiedlichen Jahreszeiten abgestimmte Spezialbiere auf hergebrachte, handwerkliche Weise entstehen. Während die Besucher dem Braumeister über die Schulter schauen, können sie ihn zum Thema Bier und seiner Arbeit befragen und selbstverständlich gibt es am Schluss auch einen Probierschluck aus der Gläsernen Museumsbrauerei.

Das Bayerische Bäckereimuseum

Ganz nach dem Motto „Heute back‘ ich, morgen brau‘ ich“ gehören nicht nur im Märchen Backen und Brauen zusammen, sondern auch im Kulmbacher Mönchshof. So befindet sich gleich neben dem Bayerischen Brauereimuseum das Bayerische Bäckereimuseum, das seine Besucher auf eine Reise vom alten Ägypten bis ins hier und heute einlädt.

Den Auftakt bildet ein Backhäuschen aus dem 17. Jahrhundert. Gerade für die Kleinen wirkt es, als würde die Hexe aus „Hänsel und Gretel“ jeden Augenblick um die Ecke kommen. Aber natürlich steht am Anfang des Bäckerhandwerks das Korn, und damit der Bauer und die Landwirtschaft. Der Besucher taucht in den landwirtschaftlichen Alltag des frühen 20. Jahrhunderts ein und gelangt zu einer sich über drei Stockwerke auftürmenden alten Neidmühle. Sie vermittelt anschaulich die Arbeit des Müllers und die einzelnen Arbeitsschritte in einer Getreidemühle, informiert über Antriebsarten historischer Mühlen und über unterschiedliche Mehlsorten. Weiter geht es in eine alte Backstube, in der mit handwerklicher Erfahrung und harter Arbeit das Mehl zum Brot wird. Welche Gebäckarten gibt es? Welche Maschinen und Backformen werden verwendet? Welche Essgewohnheiten sind uns überliefert? Auf all diese Fragen gibt es hier Antworten anhand einer Vielzahl von Exponaten, Hörstationen und Info-Tafeln.

Ein „Tante-Emma-Bäckerladen“ und ein „Bäckerausführwagen“ beschreiben den Weg des Brotes vom Bäcker zum Kunden, und zum Schluss geht es zum Brauchtums-Gebäck und zu Tipps, wie Brot Zuhause aufbewahrt wird. Am Ende des Rundgangs gibt es ein Stück Museumsbrot aus dem eigenen Steinbackofen zur Verkostung.

Das Deutsche Gewürzmuseum

Was wäre die Welt ohne Gewürze? Es gäbe keinen Geschmack an Wurst, Fleisch, Käse oder Gebäck. Lebkuchen und Plätzchen könnten nicht ihren unnachahmlichen Duft verströmen, und in den Kochtöpfen der Welt würden Tristesse und Langeweile herrschen.

Das Deutsche Gewürzmuseum zeigt, wie Gewürze aus fernen Ländern in früheren Zeiten ihren Weg zu uns fanden. So startet der Rundgang mit Basarszenen mit duftenden Gewürzen und orientalischer Hintergrundmusik. Man begibt sich auf die Seidenstraße, erfährt, wie Gewürze über den Seeweg nach Europa gebracht wurden und wie der beschwerliche Weg über die Alpen gemeistert wurde. Film- und Audiostücke erzählen Geschichten aus der Welt der Gewürze von Marco Polos Abenteuern bis hin zu Alfons Schubecks Gewürzuniversum. Ein echtes Highlight ist das Botanikum: Detailgenaue Exponate eröffnen einen anschaulichen Blick auf unterschiedliche Gewürzpflanzen – von der Wurzel über das Blatt bis zur Blüte.

Eine original eingerichtete Metzgerei aus den 1930er bzw. den 1950er Jahren zeigt, wie damals in einer typischen Wurstküche gearbeitet wurde und welche handwerklichen Geräte zum Einsatz kamen. Bis in die 1960er Jahre wurden in „Sauermanns Wurstwaren“ Fabrikation feine Fleisch- und Wurstspezialitäten in Dosen verarbeitet. Damit war das Kulmbacher Unternehmen einer der ersten Lebensmittelhersteller, der diese Art der Konservierung in Deutschland einführte. Im Deutschen Gewürzmuseum wird auch diese kommerzielle Variante dokumentiert.

Im Spiceclub, dem gemütlich eingerichteten Lounge-Bereich, haben Besucher die Möglichkeit, sich digital in Rezepte aus aller Welt zu vertiefen.

Das Museumspädagogische Zentrum “MUPÄZ”

Studieren, Probieren, Spielen – unter diesem Motto lädt das MUPÄZ ein, sich ganz praktisch mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen. Es ist kein viertes Museum, sondern eine museumspädagogische Plattform für die Museen im Kulmbacher Mönchshof. Vorträge, Seminare und Tagungen sind im großen Vortragssaal mit seiner modernen Schauküche hervorragend durchzuführen. Ein besonderes Highlight ist die Adalbert-Raps-Gewürzbibliothek.

Probieren lautet das Motto der Koch- und Backschule. Hier dürfen Gäste selbst den Kochlöffel schwingen. Natürlich unter fachlicher Anleitung eines Profikochs! Kochaktionen für Jung und Alt stehen ebenso auf dem Programm wie Kochseminare für Gruppen, Vereine, Schulen oder Unternehmen.

Im „Kinderbereich“ mit vielen attraktiven Spielmöglichkeiten können Kinder eigene Erfahrungen sammeln. Das Museumsteam backt und kocht mit den Kindern und vermittelt so spielerisch Wissen rund um unsere Ernährung.

Das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn)

Das KErn bündelt Wissen rund um Ernährung in Bayern, konzipiert Fachveranstaltungen und unterstützt die bayerische Ernährungswirtschaft.

Erst 2017 wurde die Genussakademie Bayern, für die das KErn verantwortlich ist, ebenfalls am Kulmbacher Mönchshof eröffnet. Neben Bildungs- und Qualifizierungsangeboten für Sommeliers aller Art sollen hier zukünftig auch eine Jugendakademie und Genussbildung etabliert werden.

Allgemeine Angaben

Öffnungszeiten der Museen: Dienstag bis Sonntag 10:00 Uhr – 17:00 Uhr durchgehend

Eintritt: Erwachsenes: 6,00€ ermäßigt/Schüler/Gruppentarif: 4,50€

Kombieintritt 2 Museen: 10,00€ ermäßigt: 8,00€

Kombieintritt 3 Museen: 12,00€ ermäßigt: 10,00€

Führungen: Einzelführung: 30,00€ pro Gruppe, max. 35 Personen

Kombiführung 2 Museen: 50,00€ pro Gruppe, max. 35 Personen

Besucherservice: E-Mail: info@kulmbacher-mönchshof.de

Telefon: 09221 – 805-14

Fax: 09221 – 805-15

Links:

http://www.kulmbacher-moenchshof.de/Brauereimuseum.htm
http://www.kulmbacher-moenchshof.de/Baeckereimuseum.htm
http://www.kulmbacher-moenchshof.de/MUPAeZ.htm

Erlebnis

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