Kasendorf: Rund um den Görauer Anger

Landkreis Kulmbach

Zu den sagenhaften Orten des Kulmbacher Landes gehört der Görauer Anger, eine Trockenrasensteppe mit einzigartigen Felsformationen und überwältigender Fernsicht. Über 4 km erstreckt sich das karge Plateau zwischen den Orten Zultenberg und Görau. Begrenzt durch das wuchtige Felsenmassiv fällt hier der Jura steil zum Maintal hin ab. Der Wanderer genießt von der Hochfläche (552 m NN) einen herrlichen Rundblick bis weithin zum Thüringer- und Frankenwald, ins Fichtelgebirge, zur Oberpfalz und über die Fränkischen Schweiz und das Obermaintal bis ins Bamberger- und Nürnberger Land.

Mit seiner einzigartigen, geschützten Pflanzenwelt und reich an heimischen Wildarten ist der Görauer Anger ein eindrucksvolles Naturreservoir auf den nördlichen Ausläufern des Frankenjuras im Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst. Eine Auswahl schöner Wanderwege mit unterschiedlichen Distanzen lädt zur Erkundung der Region ein. Eine Reihe von Informationstafeln erklärt die Geologie und Geschichte der Landschaft sowie ihre Nutzung durch den Menschen.

Im Winter verwandelt sich der Görauer Anger übrigens in ein kleines Wintersportparadies. Über die Hochfläche führen gespurte Loipen und am nordwestlichen Abhang lockt eine Schleppliftanlage mit Abfahrten bis zu 600 m zumindest die kleinen Skifahrer.

Am Ende einer Wanderung, Langlauftour oder zur Einkehr zwischendurch laden verschiedene Wirtschaften mit fränkischer und internationaler Küche zur Stärkung.

Wann das eindrucksvolle Hochplateau zwischen Ortschaft Görau und Zultenberg besiedelt wurde, ist nicht abschließend erforscht. Funde aus zwei Grabhügelfeldern auf dem Anger datieren in die Mittlere und Späte Bronzezeit (ca. 1400 – 400 v. Chr.). Sie umfassten neben anderen Gegenständen ein Bronzeschwert mit achteckigem Griff, eine kunstvoll gefertigte Nadel und einen Beilkopf sowie Schmuck. In zwei weiteren Gräbern fand man Wagenreste aus der Hallstattzeit. Die Funde aus diesen Gräbern gelangten in die Museen von Bayreuth, Bamberg und Kulmbach sowie in weitere Museen. Der Name des Dorfes Görau leitet sich aus dem slawischen Wort “gora” = Berg ab. Naheliegend ist also auch eine slawische Siedlungsphase, an die sich in kaolingisch-ottonischer Zeit eine fränkische Siedlungsphase bei Zultenberg schloss. 1371 wird ein befestigten Hof oder Burgstall “zu dem Zultenberg“ erwähnt. Dieser stand unmittelbar am Steilabfall des “Görauer Angers“ und war von einem hufeisenförmigen Innengraben mit Außenwall umgeben, der beiderseitig im Steilhang ausläuft. Ein kurzes Wallgrabenstück ist heute noch sichtbar.

In den Dörfern und auf dem Hochplateau des Angers herrschte in den trockenen Monaten des Jahres eine erhebliche Wassernot. Der Zultenberger Dorfbrunnen befand sich am Fußweg nach Wüstendorf/Lopp unterhalb des Steilabfalls, etwa 300 m von der Ortschaft entfernt. Und auch seine Kapazität war bei Trockenheit oft nicht ausreichend. Erst 1897 wurde Zultenberg an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Waren also die Lebens- und Wirtschaftsbedingungen für die Bauern am Görauer Anger früher eher schwierig, ist die heutzutage auf den Trockenrasen und an den Felsabhängen erhaltene Flora und Fauna von einzigartiger Seltenheit. Deshalb ist der Lebensraum inzwischen streng geschützt. Viele Arten der Roten Liste können hier noch existieren. Zu den Pflegemaßnahmen des einzigartigen Landschaftsraumes zählen Entbuschungsmaßnahmen an den Feldhängen sowie eine extensive Beweidung durch Schafe und Ziegen.

Kulinarisches:

Rund um den Görauer Anger finden sich verschiedene Einkehrmöglichkeiten in Wirtshäusern mit fränkischer und internationaler Küche.
Das Wirtshaus “Schöne Aussicht” in Zultenberg, ehemals berühmt für seine Brotzeiten, hat sich mangels Nachfrage ganz auf die (hervorragende) griechische Küche konzentriert. In Lindenberg öffnet das Gasthaus Herold mit klassischer fränkischer Küche nur an Wochenenden. Weitere Möglichkeiten zur Einkehr sind z.B. die Landgaststätte Herold in Heubsch-Kasendorf, die Gasthof-Metzgerei Friedrich und der Goldener Anker in Kasendorf oder Hammonds Wirtshaus in Azendorf.

Auf dem Obsthof Herold in Lindenberg erhält man je nach Ernte ganzjährig Kartoffeln und Äpfel sowie saisonal Kirschen, Ringlo, Zwetschgen, Birnen, Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren aus eigenem kontrollierten Anbau. In Kasendorf bietet der Geflügelhof Kolb (Kasendorfer Frischeier) Eier, verschiedene Sorten Geflügel, Forellen, hausgemachte Nudeln, verschiedene Liköre sowie süß-sauer Eingemachtes und vieles mehr.

Saison:

ganzjährig

Links:

https://www.kasendorf.de/touristik-gaststaetten/ausflugsziele/goerauer-anger/

Erlebnis

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