Fränkische Schweiz: Auf den Kropfeld-, Senftenberger- und ‘Häschaadä’-Keller

Fränkische Schweiz

Eine klassische Wanderung am Rande der Fränkischen Schweiz mit herrlichen Weitblicken über die hügelige Landschaft Oberfrankens führt uns vorbei an drei typischen fränkischen Bierkellern. Empfohlen wird die schöne Route vom VGN. Besonders im Frühjahr oder Herbst, wenn es in den Mittagsstunden nicht zu heiß wird, ist die durchaus anspruchsvolle Tour empfehlenswert. Die traditionsreichen Brauereien und Bierkeller am Weg vermitteln fränkische Bierkultur und lassen diesen Wandertag zum Vergnügen werden.

Mit den Linien 220 und 977 (Freizeitlinie Brauereien-Fachwerk-Express) ist ein Einstieg in Drosendorf bzw. Gunzendorf möglich.

Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Bahnhof in Pretzfeld. Eine genaue Streckenbeschreibung mit Karte und den Verbindungsdaten des VGN finden Sie hier: http://www.vgn.de/wandern/kropfeld_senftenberger_und_haeschaadae_keller/?p=0

Je nach Streckenführung beträgt die Wanderung 10 – 23 km (also etwa 3 – 6 Stunden). Wahlweise wandert man die Gesamtstrecke über Drosendorf, Gunzendorf, Ketschendorf nach Hirschaid oder aber eine kürzere Route über Drosendorf Richtung Weigelshofen nach Eggolsheim.

Die Route bietet über einen langen Streckenabschnitt herrliche Ausblicke über die Kirschengärten der Fränkischen Schweiz auf das Walberla. Von Niedermirsberg bis Drosendorf wandern wir auf der Langen Meile, einem Hochplateau an der Westabdachung der Fränkischen Alb. Von hier eröffnen sich ebenfalls herrliche Ausblicke ins Wiesenttal sowie zur Burg Feuerstein. Zwischen Gunzendorf und Seigendorf nehmen wir die Friesener Warte ins Blickfeld und genießen weiter auf dem Weg die wunderbaren Ausblicke ins Regnitztal.

Kulinarisches:

Die wunderschöne Strecke lädt zur Einkehr in die typischen Bierkeller der Fränkischen Schweiz ein.

Als “Keller” bezeichnet man in Oberfranken schattige Biergärten, die über den alten Kellerstollen der hiesigen Brauereien errichtet wurden und in der warmen Jahreszeit gerne besucht werden. Meistens wurden sie an bergaufführenden Kellergassen rund um Städte und Dörfer, gelegentlich auch an Felsabhängen oder in den Wäldern errichtet. Deshalb sagt man in Oberfranken gerne: “ich gehe auf den Keller!” In den kühlen Kelleranlagen reifte das frisch eingebraute Bier über mehrere Wochen heran und hielt sich auch in den Sommermonaten frisch.

Ursprünglich besaßen nicht nur die Brauereien, sondern auch viele Einwohner in Städten und Dörfern eigene Felsenkeller, in denen Erzeugnisse aus Garten und Feld sowie Bier nach dem Haus- und Kommunbraurecht eingelagert wurde. Manchmal werden auch diese Anlagen bis heute benutzt. Typischer aber ist seit dem 19. Jahrhundert der sommerliche Kellerbetrieb der örtlichen Brauereien. Da die Bierbrauer nicht immer auch gleichzeitig Wirte waren, ging es auf den Kellern ursprünglich nur ums. Biertrinken. Ihre Brotzeit brachten die Gäste selber mit. Dieser Brauch hat sich als ein ungeschriebenes Recht der Kellerbesucher an vielen Orten bis heute erhalten, und so sieht man an frühen Abenden oftmals ganze Familien bepackt mit allem, was man zur Brotzeit braucht, auf die Keller ziehen. Heutzutage werden die Keller aber bewirtschaftet, und so kann man hier viele typische Kellerspezialitäten zu moderaten Preisen ganz einfach bestellen.

Der etwa 100 Jahre alte Kropfeldkeller in Drosendorf wurde vom damaligen Betreiber, dem “Wirtsgörch” als „Wirtskeller“ betrieben. Anfangs diente er nur als Lagerkeller, später wurde er zum Biergarten mit Ausschank umfunktioniert. Ausgeschenkt wird heute Bier der Löwenbräu aus Buttenheim zu kalten und kleineren warmen Speisen.

Der malerisch gelegene Senftenbergkeller hat ebenfalls eine typische “Kellergeschichte”. Bis ins 19. Jahrhundert war die Senftenbergkapelle Ziel der St. Georgs-Wallfahrten. Diese Tradition wurde Anfang der 1950er Jahre mit einem Georgiritt wiederbelebt. Am Georgstag machen sich Pferde und Reiter, Gespanne, Kutschen und ein Wallfahrertross auf den Weg zur Kapelle auf dem Senftenberg. Danach kehrt man gerne im Felsenkeller auf ein Bier mit zünftiger Brotzeit ein. Selbstverständlich wird der Keller auch in der restlichen Jahreszeit geöffnet. Bei Regenwetter und kälteren Temperaturen bietet das Kellerhaus Schutz. Im Dezember bleibt der Keller geschlossen. Ausgeschenkt wird das „Schlückla“ – ein Rauchbier sowie ein Lager- und ein Weizenbier der Brauerei Sauer aus Gunzendorf zu sagenhaften Brotzeiten.

Der Häschaadä’ Keller bei Hirschaid gegenüber der Autobahnmeisterei hat täglich ab 15 Uhr, aber leider nur bei schönem Wetter geöffnet. Hier schenkt man Bamberger Mahr’s-Bier zu hervorragenden Brotzeiten aus.

Näheres zu den Bierkellern und Brauereigasthöfen auf unserer Wanderung finden Sie hier: https://www.bierland-oberfranken.de/brauereien-und-biergaerten/

Saison:

in der warmen Jahreszeit

Links:

http://vgn.de/wandern/kropfeld_senftenberger_und_haeschaadae_keller.pdf
https://www.bierland-oberfranken.de/brauereien-und-biergaerten/

Erlebnis

Fränkische Schweiz: Auf den Kropfeld-, Senftenberger- und ‘Häschaadä’-Keller

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