Bamberg: Tag der offenen Gärtnereien

Bamberg

Zum (örtlichen) Tag der offenen Gärtnereien öffnen in Bamberg zahlreiche Gemüse- und Blumengärtnereien ihre Tore. Und dies ganz bildlich, denn bei den meisten traditionsreichen Gartenbaubetrieben der alten Bischofsstadt spaziert man durch das offene Hoftor in die ausgedehnten Pflanzgärten und Gewächshäuser. Hier finden sich, sorgsam herangezogen und behutsam eingetopft, Gemüse-, Kräuter- und Blumenpflanzen sowie Setzlinge für jeden Geschmack und so weit das Auge reicht. Wer sich einfach nur umsehen, sich ausführlich von Fachmännern oder Fachfrauen beraten lassen will, wer das Besondere sucht oder sich an der Vielfalt von Blumen und Gemüse erfreut, kommt hier garantiert auf seine Kosten.

Einen ganzen Tag lang laden die Bamberger Gartenbaubetriebe dazu ein, mitten im Gärtnerland im Herzen der Stadt von einem Tor zum nächsten zu ziehen und einen ausgiebigen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Der Tag der offenen Gärtnereien fand in Bamberg anfangs zum bundesweiten Tag dieser Aktion, am 3. Sonntag im April statt. Inzwischen variiert der Termin jedoch und findet mal im Frühjahr und manchmal auch im Herbst statt. Ab 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr haben dann die Bamberger Gärtnereien ihre Tore geöffnet und laden jeden zum Anschauen, Mitmachen, Kaufen und Genießen ein. Dazu gehören selbstverständlich auch zahlreiche selbst gemachte kulinarische Angebote und viele weitere Überraschungen. Gartenliebhaber sollten sich diesen Tag nicht entgehen lassen.

Dabei geht es nicht nur ums Anschauen: viele Betriebe bieten den ganzen Tag über ein buntes, unterhaltsames und informatives Programm. Zu Mitmachaktionen wie dem Süßholzkochen, wobei der Bamberger Reiter schließlich aus Lakritz gegossen wird, dem Bau eines Insektenhotels oder einem Vortrag über den Spargelanbau erfahren die Gäste anschaulich, mit wie viel Sorgfalt die Gärtner ihre Pflänzchen hegen und pflegen, bis sie üppig blühen oder aber, bis das heran gezogene Gemüse knackfrisch im eigenen Hofladen verkauft wird und so auf kürzestem Weg an die Kunden kommt. Dass dies alles den Billigangeboten der Supermärkte an Blühfreudigkeit, Geschmack und Erlebniswert weit überlegen ist, versteht am Ende des aktionsreichen Tages wohl jeder, der dabei war.

Der Gemüseanbau innerhalb der Stadt Bamberg und den zum Bamberger Umland zählenden Gemeinden hat einzigartigen Charakter. Kaum eine andere Region wird aus innerstädtischen oder stadtnahen Anbauflächen so unmittelbar frisch mit nahezu allen verfügbaren Gemüsesorten sowie mit Schnitt- und Gartenblumen, Kräutern und Ziergehölzen versorgt, wie Bamberg. Und was nicht von der städtischen Bevölkerung an den Gärtnerständen auf den städtischen Märkten in der Hauptwachtstrasse, auf dem Grünen Markt oder dem Maxplatz oder unmittelbar an den Hofstellen der Gärtner selbst gekauft wird, geht von hier über spezialisierte Speditionen als Bamberger Blumen und Gemüse auf Märkte in ganz Deutschland.

Übrigens bezeichnet man als Gärtnerstadt oder Gärtnerviertel die traditionelle Quartiere östlich der Regnitz mit einem Kern um das 1098 gegründete Stift St. Gangolf (Obere Gärtnerei), die Kapelle St. Sebastian (Untere Gärtnerei) sowie innerhalb der Wunderburg. Schon Mitte des 14. Jahrhunderts sind in der Oberen Gärtnerei um St. Gangolf, der sog. Theuerstadt, Gärtnerfelder belegt, die der Anzucht und dem Anbau von Gemüse dienten. Typisch sind auch die eingeschossigen, zur Straße traufenständigen Gärtnerhäuser mit großer Tordurchfahrt. Denn ein Teil der sorgsam gepflegten Pflanzgärten befindet sich direkt hinter den Häusern auf den ausgedehnten Parzellen zwischen Mittel- und Heiliggrabstraße, am Spiegelgraben sowie entlang der Siechenstraße, der Nürnberger- und der Geisfelderstraße.

Der Berufsstand des (Gemüse-)Gärtners gehört zu den ältesten und angesehensten Erwerbszweigen Bambergs. Bis heute drückt sich diese herausgehobene Stellung der Gärtner u.a. in der ihnen traditionell zugewiesenen Position innerhalb der großen Fronleichnamsprozession durch die Stadt aus, aber auch im Privileg, diese als “Kleine Prozession” jeweils am Sonntag nach Fronleichnam durch das ehrwürdige Gärtnerviertel wiederholen zu dürfen.

Kulinarisches:

Die teilnehmenden Gärtnerfamilien überraschen ihre Gäste zum Tag der offenen Gärtnereien mit vielen liebevoll zubereiteten Köstlichkeiten von Zwiebelsuppe und Spargelcreme bis zum opulenten Kuchenbuffet, vom Rettichbrot bis zum gegrillten Fisch und von der Bratwurst bis zum Rauchbier vom Fass.

Dazu gibt’s viele Anregungen, Rezepte, Tipps und Ratschläge!

Termin:

Der Tag der offenen Gärtnereien wird deutschlandweit am 3. Sonntag im April begangen.
Die Bamberger Gärtner weichen aber von diesem Termin inzwischen ab. Der jeweilige Jahrestermin finden Sie auf den Seiten der Interessensgemeinschaft Bamberger Gärtner unter: http://gaertnerstadt-bamberg.de.

Links:

http://gaertnerstadt-bamberg.de

Erlebnis

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